| Thomas Locher: Von A nach B / Außenwände Mobile Museen
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Der für die neo-konzeptuelle Kunst richtungsweisend arbeitende, deutsche Künstler Thomas Locher ist durch seine raumgreifenden Textarbeiten und Installationen bekannt. Er beschäftigt sich konsequent mit der grammatikalischen Ordnung von Sprache und der Komplexität ihrer Funktionsweise.
Entwurf Mobile Museen: Von A nach B 
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Von A nach B
Foto: Ulli Lindenmann |
Auf den Außenwänden der Mobilen Museen ist von Thomas Locher der Schriftzug "Von A nach B" in großflächigen, schwarzen und blauen Buchstaben angebracht. Aus einem Zeichen wird eine Zeichnung, eine Spur, die auf das Davor und Danach verweist.
Der zweidimensionale Schriftzug, dessen Bewegung durch die Leserichtung von links nach rechts vorgegeben zu sein scheint, erhält durch die Architektur der Mobilen Museen einen Körper. Vorne und hinten, rechts und links werden durch die verschiedenen Möglichkeiten der Annäherung an die Museen - frontal oder von der Seite - aufgehoben. So beginnt eine Bewegung, die sich nicht über das Ziel, sondern über Räume, Wege und Prozesse sowie deren Differenzen definiert.
Projekte 
Präambel und Grundrechte im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Artikel 1-19
[Diskurs]
Kunstverein München 1995
Locher präsentiert in dieser Arbeit die Präambel und Grundrechte des Grundgesetzes als Wandtext. Der genauen Wiedergabe der Artikel 1-19 ist eine Kolumne gegenübergestellt, in der jeder Artikel mit einer Anhäufung von Fragen und Kommentaren konfrontiert wird. Durch rote Zahlen wird die Stringenz und Geschlossenheit des Gesetzestextes aufgebrochen, sein Takt und Rhythmus ändert sich, indem ein direkter Bezug zum nebengestellten Fragenkatalog hergestellt wird. Der sachlich reduzierten Sprache des Grundgesetztes wird eine soziale Sprache beigestellt, die zwar ungeordnet, jedoch mit einem hohen Grad an analytischer Präzision und Eindringlichkeit auftritt.
Präambel aus Art. 15 Sozialisierung
"Jedes Ding hat mehr als nur zwei Seiten"
Sukûn-Stille - Mobile Städtische Galerie Essen, 2003
"Eine Fahrkarte legitimiert eine Fahrt von A nach B. Man kann auch von B nach A fahren. Oder weder noch. Ich weiß natürlich nicht, was mich bei A, B oder sonstwo erwartet. Vielleicht nichts, vielleicht etwas Unmögliches. Möglicherweise geschieht etwas ganz Unerwartetes. Vielleicht soll und muss auch gar nichts passieren.
Was auf jeden Fall geschieht, ist die Reise selbst. Und: Jede Reise, mag sie auch noch so kurz sein, ist nicht nur ein gewöhnlicher Ortswechsel. Eine Reise ist auch ein metaphysischer Übergang, ein transitorisches Ding. Eine Sache, die man weder nur eindeutig noch dialektisch beschreiben kann. Dazu möchte ich nur folgendes sagen: Ich will bei einem solchen Übergang vermeiden, an Mühsal oder ähnliches zu denken. Das Dasein ist schon anstrengend genug. Über den Wunsch nachzudenken, finde ich schon besser. Das Beste ist allerdings, sich was zu wünschen."
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Jedes Ding hat mehr als nur zwei Seiten, Sukûn-Stille - Mobile Städtische Galerie Essen, 2003 |
CV 
| 1956 |
geboren in Munderkingen, Oberschwaben |
| 1979-85 |
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Universität Stuttgart |
Lebt seit 2000 in Berlin.
Einzelausstellungen (Auswahl)
| 2004 |
Kunstsammlung Gera |
| 2003 |
Galerie der Stadt Stuttgart
Projektraum Rosenthaler 11, Deutscher Künstlerbund Berlin |
| 2002 |
‚art in dialog', Universität Witten Herdecke |
| 1996 |
Kunstraum der Universität Lüneburg und Künstlerhaus Stuttgart (mit Peter Zimmermann) |
| 1995 |
Kunstverein München
Palais Thurn und Taxis, Bregenz (mit Rolf Walz) |
| 1993 |
Kunsthalle Zürich
Salzburger Kunstverein (mit Hans Weigand) |
| 1992 |
Kunsthalle Bielefeld
Stichting de Appel, Amsterdam
Kölnischer Kunstverein |
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